Letzte Klappe am Comer See
Ein Fall für Giulia Cesare

E-Book (EPUB) - Erscheinungsjahr 2020von Clara Bernardi

Kurztext / Annotation
Falsches Spiel am Lago di Como - Der 2. Teil der beliebten Reihe In Bellagio am Comer See ist das Wasser besonders blau. Prachtvolle Villen, herrliche Gärten, Alpenblick - eine Kulisse, wie sich Regisseurin Aurora Damiani keine bessere wünschen könnte. Mit ihrem Film über Franz Liszt und seine Geliebte will sie es zurück auf die roten Teppiche dieser Welt schaffen. Schon viel zu lange wartet sie auf ihr großes Comeback. Doch als ihr Hauptdarsteller Umberto Farini kurz nach Beginn der Dreharbeiten tot aufgefunden wird, sieht sie sich auf einmal mit ganz anderen Problemen konfrontiert. Commissario Giulia Cesare, deren kriminalistisches Gespür mindestens genauso groß ist wie ihre Leidenschaft für gutes Essen, steht vor einem verzwickten Fall. Glücklicherweise hat ihr Freund Brutus, ein zartbesaiteter Briefträger mit Hundephobie, eine Statistenrolle am Set ergattert. Gemeinsam nehmen sie das gesamte Filmteam genau unter die Lupe. Schnell zeigt sich: Fast jeder hier hatte eine Rechnung mit Farini offen, der sich nicht nur vor der Kamera dem Drama hingab. An potenziellen Mördern und möglichen Motiven mangelt es nicht. Es gilt also, kühlen Kopf zu bewahren. Und sich nicht allzu sehr vom schönen Schein der Filmwelt blenden zu lassen ...

Clara Bernardi ist das Pseudonym der Autorin Julia Bruns, die bereits einige Regionalkrimis veröffentlichte. Julia Bruns studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie. Nach ihrer Promotion arbeitete sie viele Jahre als Redenschreiberin und in der Öffentlichkeitsarbeit. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Thüringen. Der Comer See ist für sie seit vielen Jahren der ideale Rückzugsort.

Textauszug
1 Der Stamm der alten Platane verströmte einen kräftigen Geruch, eine Mischung aus Erde, Holz und dem leicht süßlichen Duft von gebackenen Maronen, und er war so dick, dass selbst ein erwachsener Mann ihn nicht umfassen konnte. Ihr Blätterdach, das in den vielen Jahren ihres Lebens eine so beachtliche Dichte erreicht hatte, ließ nicht einmal einen winzigen Sonnenstrahl hindurchdringen und hätte einer ganzen Schulklasse ein schattiges Plätzchen bieten können. Erstaunlicherweise schien dies dem darunterliegenden Rasen, der jedem englischen Gärtner höchsten Respekt abverlangt hätte, nichts auszumachen. Er bot die perfekte weiche und vor allem kühle Unterlage für eine Commissario der Questura in Lecco, die einen anstrengenden Tag gehabt hatte.

Giulia Cesare lehnte mit lang ausgestreckten Beinen am Fuße des Baumes und strich mit sanften Handbewegungen über die feinen Halme des Grases. Sie war müde. Eigentlich hätte es ihr gutgetan, die Augen zu schließen und damit der Welt für eine Weile zu entrücken, aber hier in den Gärten der Villa Melzi wäre dies einer Todsünde gleichgekommen. Giulia kam viel zu selten hierher. Sie konnte nicht einmal sagen, wann sie das letzte Mal in den Gärten gewesen war. Ihr stressiger Job, vor allem aber die vielen Verpflichtungen in ihrem Dorf ließen ihr keine Zeit für ein paar Mußestunden im Grünen. Entsprechend angetan war sie von der Idee gewesen, ihren Vater und ihren besten Freund Brutus an diesem herrlichen Frühlingstag hier abzuholen. Sie war, wie so oft, spät dran, aber davon hatte sie sich noch nie aus der Ruhe bringen lassen. Die Männer waren, wie Brutus sie gerade per SMS hatte wissen lassen, ohnehin noch nicht fertig. Das jetzt waren die ersten ruhigen Minuten eines chaotischen Arbeitstages, und sie genoss sie an diesem herrlichen Ort in vollen Zügen. Wie hatte sie nur vergessen können, welchen Reiz die Gärten der Villa Melzi ausstrahlten? Nachdem sie die lange Platanenallee vom Eingang hinauf zum herrschaftlichen Haus durchschritten hatte, tat sich diese wunderbare Welt vor ihr auf. Fächerahorne, Rhododendren, Tulpenbäume, Zedern, Zitronenbäume, Kamelien, hier wuchs alles in einer Üppigkeit, die die Pracht der einstigen Villa des Vizepräsidenten von Napoleons italienischer Republik fast schon verblassen ließen. Zwischen den Pflanzen fanden sich Skulpturen, künstlich angelegte Grotten, Wasserspiele und Bachläufe von Gartenkünstlern des 19. Jahrhunderts, die sogar bei der ansonsten eher nüchtern veranlagten Giulia Begeisterung hervorriefen. Dieses aus der Zeit gefallene Fleckchen Erde am Eingang des kleinen Ortes Bellagio wirkte vor der Kulisse des Comer Sees wie der Garten Eden. Das galt jedoch nicht nur allein für die Giardini di Villa Melzi , sondern für ganz Bellagio, den an der Spitze einer schmalen Halbinsel, am Lariano-Dreieck, liegenden Ort, der die beiden Arme des Sees, den linksseitigen Lago di Como und den rechtsseitigen Lago di Lecco, miteinander vereinte und damit einen einzigartigen Panoramablick über nahezu den gesamten See bot. Der Lario, wie die Einheimischen ihn nannten, hatte wie auch bei allen anderen Gemeinden am Ufer die Geschicke der Gemeinde von jeher geprägt. Wer das einstige Fischerdorf mit seinen schmalen, steilen Treppengässchen, Bogengängen, den bunt bemalten Häusern und opulenten Villen besuchte, begab sich auf eine Zeitreise in die Belle Èpoque, deren Romantik hier bis heute fortlebte. Aber Bellagio hatte es auch seiner besonderen Lage zu verdanken, dass es noch immer als eine der Hauptattraktionen des Sees galt und nicht nur Touristen, sondern auch zahlreiche Prominente anlockte.

Giulia blinzelte und bewunderte die satten roten Blüten einer Azalee, die einen bezaubernden Kontrast zu dem in der Sonne glitzernden tiefblauen Wasser des Comer Sees und den umliegenden schneebedeckten Bergen boten. Obwohl es erst Ende April war, hatte die Sonne tag

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

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Produktinformation

Seitenzahl 288
Erscheinungsjahr 2020
VerlagDuMont Buchverlag
SpracheDeutsch
Zusatzinformationen 288 Seiten
ISBN 978-3-8321-7019-6
Auflage 1. Auflage

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