Jack Slade 902 - Western
Kurz vor dem Ziel

E-Book (EPUB) - Erscheinungsjahr 2020von Jack Slade

Kurztext / Annotation
In Lebanon County macht eine Bande von Kapuzenreitern Jagd auf einsame Siedlerfamilien und durchziehende Schäfer. Immer verschwinden die Killer wie im Nichts. Aber dann wendet sich das Blatt: Bei einem brutalen Überfall überlebt ein Zeuge, ein siebenjähriger Junge, der sich unter einem Planwagen versteckt hatte. Doch das Kind ist von den schrecklichen Erlebnissen völlig traumatisiert und schweigt. Sheriff Nick Lowell und seine Freundin, die Rancherstochter Laura, bemühen sich, den Jungen zum Sprechen zu bewegen. Dabei arbeiten sie gegen die Zeit, denn die Banditen setzen alles daran, den gefährlichen Zeugen aus dem Weg zu räumen ...

Textauszug

"Das sind dreckige, stinkende Schafe! Ich muss gleich kotzen!" Der Reiter trug eine graue Kapuze, die sein Gesicht verhüllte.

"Verdammt, sind die ekelhaft", blökte sein Kumpan. Es waren vier Reiter; alle trugen diese Kapuzen und waren mit Gewehren bewaffnet.

"Die Schafe sind so hässlich wie diese verdammten Schäfer selbst", ätzte ein anderer Bandit und ließ sein Pferd tänzeln. "Ich schätze, dass die alle miteinander verwandt sind. Das müssen Brüder und Schwestern sein."

"Hahaha!" Die Reiter lachten sich schier kaputt.

Pete Beckett musterte die Vermummten. "Lassen Sie uns in Frieden", sagte er. "Wir haben Ihnen nichts getan."

Die Gunmen grölten. "Habt ihr das gehört? Er hat uns nichts getan! Hahaha! Er hat unsere Luft geatmet. Dies ist Lebanon County, und hier mögen wir keine dreckigen Schafe!" Der Anführer trieb sein Pferd vorwärts und preschte laut johlend in die Herde hinein. Die Tiere stoben aufgeregt auseinander.

"Verschwindet!", rief Beckett und wollte seinen Colt ziehen.

Doch ein Kapuzenmann feuerte im gleichen Augenblick.

Der Schäfer stieß einen gellenden Schrei aus und stürzte blutüberströmt zu Boden.

Insgesamt waren es fünf Menschen, zwei Männer, zwei Frauen und ein siebenjähriger Junge, die seit zwei Tagen mit ihrer Herde in dem grünen Tal lagerten. Rund fünfhundert Schafe gehörten den Becketts und den Kellys.

Die beiden Familien hatten sich oben am Red River getroffen, hatten ihre Tiere gemeinsam über eine Furt getrieben und beschlossen, in den kommenden Wochen gemeinsam weiterzuziehen. Ihr Ziel war die Gegend um Fort Worth, wo sie auf saftige Weiden für ihre Schafe hofften. Natürlich wussten sie, dass ihnen von den Rinderzüchtern immer wieder Ablehnung und Feindschaft entgegenschlugen. Doch bislang war alles gut gegangen auf ihrem Weg.

Es war ein weites, mit hohem und saftigem Gras bewachsenes Tal, in dem die Tiere gute Weide fanden. Die Schafzüchter hatten Bridgeport und Jacksboro passiert und waren dann weiter in Richtung Süden gezogen. Es war ein langer und anstrengender Weg, und die Herde benötigte unbedingt eine Ruhepause. Schon seit Tagen waren die Schäfer an keiner Ranch mehr vorbeigekommen, und so fühlten sie sich in dieser Gegend vor Anfeindungen einigermaßen sicher.

Dass sie sich getäuscht hatten, zeigte sich bereits am ersten Tag ihrer Rast. Gegend Abend tauchte ein einzelner Reiter auf einem Hügel oberhalb des Tales auf. Der Mann saß in der roten Abendsonne auf seinem Pferd, hielt ein langes Gewehr auf seine Hüfte gestützt und betrachtete sie.

"Was ist das für ein Kerl? Der gefällt mir nicht", sagte Pete Beckett zu Joe Kelly.

Beide Männer waren etwa Anfang dreißig, hatten kurz geschnittenes, rotes Haar und trugen blaue Arbeitskleidung. Beide sprachen Englisch mit deutlich irischem Akzent.

"Es ist ja nur einer", brummte Kelly.

"Wo einer ist, gibt es in aller Regel noch andere."

"Warten wir es ab."

Und in der Tat zog der Reiter sein Pferd am Zügel herum und verschwand hinter dem Hügel.

"Heute Nacht sollten wir Wachen aufstellen", schlug Beckett vor.

"Gute Idee."

Doch nichts Böses geschah in dieser Nacht. Die erste Wache hatte Eve Beckett, sie wurde abgelöst von ihrem Mann Pete, auf den Claire Kelly und schließlich ihr Mann Joe folgten. Nur der kleine Ben Beckett schlief tief und fest. Und als der neue Morgen anbrach, war das Tal wieder so schön und friedlich wie am Tag zuvor.

Im Laufe der folgenden Stunden hatten die Schäfer den Reiter schon fast wieder vergessen. Sie hatten ihre Zelte an einem kleinen Creek am Grund des Tales aufgebaut, wuschen ihre dreckige Kleidung oder saßen plaudernd im Gras, während ihre Hunde die Herde unermüdlich umrundeten und immer wieder neu zusammentrieben.

Sowohl die Becketts als auch die Kellys waren vor kaum zehn Jahren mit einem der zahlreichen Auswandererschiffe aus ihrer alten irischen Hei

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Produktinformation

Seitenzahl 64
Erscheinungsjahr 2020
VerlagBastei Lübbe AG
Zusatzinformationen 64 Seiten; ab 16 Jahre
ISBN 978-3-7325-9564-8

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