Gelogene Wahrheiten
Eine Fortsetzung des Romans 'Ehrliche Haut'

E-Book (EPUB) - Erscheinungsjahr 2020von Lo Jakob

Kurztext / Annotation
Nicola Morell wurde von der Co-Mutter ihres Sohnes einfach sitzengelassen, und was kann eine mittellose Malerin dann schon machen, um über die Runden zu kommen? Sie wird zur besten Kunstfälscherin des Jahrhunderts. Das geht auch eine Zeit lang gut - bis Rike Tomme mit der Detektei Sander+Frenzel ins Spiel kommt. Die neue Mitarbeiterin von Luisa und Flix weiß gar nicht, worauf sie sich mit ihrer neuen Stelle eingelassen hat. Nach und nach gehen der Computerexpertin die Augen auf - vor allem, als sie der reizvollen Malerin Nicola Morell begegnet, die irgendwie in Dinge verstrickt zu sein scheint, die sie in Gefahr bringen können ...

Textauszug
Rike

Z usammen mit ihrer Chefin Luisa Sander saß Rike in der Besprechung mit der Museumsleitung. Die Schwanenknochenflöte lag vor ihnen auf dem Konferenztisch, und die Herrschaften ihnen gegenüber waren im Zustand schweren Schocks. Sie blinzelten alle ungläubig, und Rike konnte zumindest beim Sicherheitschef den Blutdruck an der stetig röter werdenden Gesichtsfarbe ansteigen sehen.

Es war das erste Mal, dass sie ihre neue Chefin, für die sie erst seit ein paar Monaten arbeitete, so in Aktion sah. Säße sie auf der anderen Seite, sie hätte wohl eine gehörige Portion Respekt vor ihr gehabt. Vielleicht sogar ein bisschen Angst. Die Kuratorin des Museums sah auf alle Fälle so aus, als ob sie in ihrem Businesskostüm schlottern würde. Vielleicht hatte sie aber auch nur Angst um das kostbare Artefakt.

Rike hatte bisher nichts gesagt und hatte auch weiterhin vor sich zurückzuhalten. Das hier war nicht ihr Projekt gewesen. Sie war lediglich für die Imagepflege dabei. Die Detektei Sander+Frenzel nahm das hier sehr ernst, sollte ihre Anwesenheit zeigen. Und Flix hatte aus naheliegenden Gründen nicht mitkommen können.

Rike war noch immer über allen Maßen erschüttert - und zugegebenermaßen auch voller Hochachtung - darüber, mit welcher unglaublichen Frechheit und Genialität Flix das Sicherheitssystem ausgetrickst hatte. Im vollen Einverständnis ihrer Auftraggeber. Den gleichen Herrschaften, die ihnen jetzt gegenübersaßen. Die waren nämlich vor diesem Sicherheitscheck vollständig von ihrem undurchdringlichen und feinmaschigen Schutz überzeugt. Vor allem der rotgesichtige und überhebliche Sicherheitschef. Weshalb Rike auch keinen Funken Mitleid mit ihm verspürte, als jetzt die Kulturbürgermeisterin, die den Sicherheitscheck eingefordert hatte, ein großes Donnerwetter losbrechen ließ. Und es galt nicht Luisa und ihr.

Ihre Chefin schenkte ihr aus ihren kalten grauen Augen einen Blick, den Rike nicht deuten konnte. Überhaupt konnte sie Luisa Sander sehr schlecht einschätzen. Sie war Rike zu unterkühlt. Deren Lebensgefährtin und Geschäftspartnerin Flix war hingegen das totale Gegenteil, und mit ihr hatte Rike gleich einen Draht gehabt. Fast wünschte sie sich, dass die jetzt hier säße. Aber natürlich musste sie lernen, mit Luisa auf professioneller Ebene auszukommen. Sie lüpfte deshalb fragend eine Augenbraue - so subtil, dass das hoffentlich keiner der Anwesenden bemerkte. Aber die waren sowieso zu sehr mit ihrer Standpauke beschäftigt. Worte wie "inkompetent" und "Kindergarten" fielen.

Sie wäre fast vom Stuhl gekippt, als ein triumphierendes kleines Lächeln zurückkam. Ein fast unmerkliches Zucken der Mundwinkel, aber es war ganz eindeutig. Luisa Sander freute sich offensichtlich tierisch, was für ein Coup ihnen geglückt war, und wollte sie daran teilhaben lassen. Vielleicht würde das doch noch was werden mit dem Arbeitsverhältnis zwischen ihnen.

Rike zwinkerte unauffällig hinüber. Ihre tiefbraunen Augen konnten ihre Erheiterung sehr gut widerspiegeln. Wenn sie gut drauf war. Was sie im letzten Jahr nicht wirklich oft gewesen war, aber jetzt hier in diesem Moment, als ihnen die Anwesenden aus der Hand fraßen und sie für Sicherheitsgenies hielten, da ging es ihr richtig gut.

Dank Flix' Expertise waren sie sogar tatsächlich Sicherheitsgenies. Rike hätte es wirklich interessiert, woher ihre zweite Chefin dieses ganze Spezialwissen hatte. Wobei . . . bei genauerer Überlegung . . . vielleicht war es besser, sie wusste das nicht allzu genau.

"Woher wissen wir denn, dass das hier das Original ist? Das könnte genauso gut eine geschickte Fälschung sein, und das Original liegt weiterhin gut gesichert in seiner Vitrine", fragte die Kuratorin, die bisher vorwiegend geschwiegen hatte. Sie war eine für den Job noch sehr junge Frau, und Selbstbewusstsein war kein herausragender Wesenszug bei ihr. Sie schien

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Produktinformation

Seitenzahl 240
Erscheinungsjahr 2020
Verlagédition el!es
Zusatzinformationen 240 Seiten
ISBN 978-3-95609-307-4

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